16.10.2023, 17:17
Sehr geehrte Unterzeichner*innen der Petition Lebenswertes Amras,
ist Ihnen aufgefallen, dass letzte Woche eine Bausperre für die "Tschugg Liegenschaft" von der Tagesordnung im Gemeinderat gestrichen wurde? 😢
Mit einer Bausperre hätte die Stadt ein Jahr Zeit gewonnen, um sich selbst darüber klar zu werden, was hier wie hoch gebaut werden können soll. Und, einen entsprechenden - hoffentlich maßvollen - Bebauungsplan für diese Fläche erlassen.
Wie es dazu kam, hat die Tiroler Tageszeitung, Freitag, 13.10.2023 in der elektronischen Ausgabe ausführlich berichtet. Auf Wunsch der FPÖ stimmten "Für Innsbruck (FI), ÖVP, Seniorenbund, Gerechtes Innsbruck und 3 freie Mandatare dafür, den Tagesordnungspunkt nicht zu behandeln.
SPÖ und Grüne waren für die Behandlung des Antrags auf eine Bausperre. Die Liste Fritz korrigierte ihre falsch erfasste Stimme im Nachhinein (d.h. auch T. Mayer war für die Behandlung des Antrags auf Bausperre).
Die Politik und Bauwerber (PEMA, UBM) suchen den Dialog und Einvernehmen. Jetzt wird in einem vom Bauwerber vorgeschlagenen Workshop mit Politik und Stadtplanung das Projekt "gemeinsam" und "hinter verschlossenen Türen" entwickelt.
Wie eine ganze Reihe von privaten Bauträger-Projekten mit außergewöhnlicher Baudichte und -höhe zeigen, gehen die Innsbrucker Gemeinderäte in der Regel mit einem Kniefall vor den Investoren aus solchen Gesprächen, das macht uns große Sorgen. 😳
Holzbauweise als „Pilot im großmaßstäblichen Wohnbau" zu bezeichnen und darzustellen, ist nicht mehr als Bauernfängerei zu diesem Zweck. Holzbau ist im kleinen Maßstab teuer – daher kann ein „vorgeblich“ so „nachhaltiger Bau“ nur dann entstehen, wenn die Stadtpolitik und -planung ein Megaprojekt durchwinken. Wenn wir das Kalkül durchschauen, werden es die Innsbrucker Politiker hoffentlich auch. 😉
In Perth, Australien, entsteht derzeit ein 183 m hohes Holzhochhaus mit 51 Stockwerken. Dabei kommen Studien zur Nachhaltigkeit zum Schluss, dass konventioneller Bau und Holzbau hinsichtlich Umweltverträglichkeit gleichwertig zu betrachten sind. Es ist also weder ein Pilot noch ein außergewöhnlich nachhaltiges Projekt - aber mit Sicherheit eine Megadimension für Amras, wenn es so kommt, wie PEMA und UBM wollen. 🤔
Ein Baustopp hätte das Offensichtliche zutage gebracht. In einem Jahr liegt die vom Land beauftragten Wohnbedarfsstudie vor und neue politische Spieler werden in der Verantwortung stehen. Diese Unwägbarkeit wollen die Bauwerber vermeiden und erhöhen jetzt den Druck.
Die aktuell schwache Gemeinderatskonstellation soll ausgenutzt werden und noch vor den Wahlen ein Megaprojekt im „Einvernehmen“ durchgewunken werden. Auch, wenn das zulasten der Lebensqualität der ansässigen und zukünftigen Bevölkerung geschieht.
Unsere Forderungen an die Politiker bleiben aufrecht - Nachhaltigkeit und Lebensqualität bedeuten:
1. eine maßvolle Verbauung (z.B. halb so groß u. dicht wie angestrebt)
2. eine Verkehrsberuhigung im Wohngebiet
3. ein soziales Integrationskonzept